Portraits auf der Straße

© Lee Jeffries

Wer von euch kennt den Fotografen Lee Jeffries? Als ich das erste Mal Bilder von ihm sah, war ich fast abgestoßen und dachte „Wie kann man nur so brutale Fotos von Menschen machen?“ Aber als ich mich etwas näher mit ihm beschäftigt habe, sah ich etwas anderes.

Wie oft gehen wir durch unsere Innenstädte und sehen Menschen, die als Bettler am Straßenrand sitzen. Manchmal geben wir ihnen etwas Kleingeld. Aber schauen wir sie wirklich an? Sehen wir ihnen in die Augen und fragen uns, welche Geschichte sich hinter dem Gesicht verbirgt?

Lee Jeffries tut das. Er ist Autodidakt und begann als Hobby mit Street photography, Als Lee einst während des London Marathon ein junges Mädchen fotografierte, die sich in ihrem Schlafsack in einem Hauseingang eingemummelt hatte, sah sie ihn, und sie stellte ihn zur Rede – er entschuldigte sich bei ihr, kam mit ihr ins Gespräch und lernte sie besser kennen. Das war für ihn die Initialzündung und heute zeigt er uns diese Menschen mit all ihrem Kummer und ihrer Verzweiflung, aber auch mit ihrer Menschlichkeit. Der britische Fotograf hat es sich zur Aufgabe gemacht, uns zu zeigen, wer die Menschen sind, die obdachlos auf den Straßen der großen Städte leben. In seinen ausdrucksstarken Portraits kann man ganze Geschichten lesen.

Wenn ich euer Interesse geweckt habe – hier seht ihr Bilder von Lee Jeffries auf seiner Homepage und hier ist ein Bericht über ihn im DOCMAblog.

https://lee-jeffries.co.uk