Der zweite Blick

Farbe auf den zweiten Blick
Der zweite Blick © Klaus Paepenmöller

Klaus nennt sein Bild “Der zweite Blick”. Was er uns hier zeigt, passt gut in den Reigen der (fast) abstrakten Fotografie. Entstanden ist das Bild als Klaus an einer Hauswand stand und wartete. Er war mit Freunden auf einer mehrtägigen Radtour unterwegs und hatte seine große Kamera zu Hause gelassen. Mit seiner kleinen Sucherkamera am Hosengürtel auszukommen, bringt ihn auf andere Fotoideen, weil die Kamera immer griffbereit am Gürtel hängt. Als er wartend an dieser Wand stand, hat er spontan das Motiv erkannt und abgedrückt. Also war es eigentlich Farben-Begeisterung auf den ersten Blick, oder?

(Fast) Abstrakte Fotografie

Am Tag der offenen Ateliers in Bielefeld im August 2021 sind mir besonders zwei Fotografinnen aufgefallen, deren Arbeitsweise ich inspirierend fand, weil sie mal so ganz anders waren.

Zum einen ist da Claudia Reismann, deren Bilder ohne Kameraprogramm und ohne Nachbearbeitung “out of cam” oft aussehen, als seien sie gemalt. Mit der von ihr bewusst gewählten Unschärfe oder durch ICM Techniken, erhalten die Fotos ein ganz besonderes Flair. >> mehr bei Claudia.Reismann.de

Die andere Fotografin, deren Arbeit mir gut gefiel, ist Angelika Hölscher, die mit ihren Bildern neue Welten erschaffen möchte. Ihre “Perspektiven auf das Übriggebliebene” haben einen ganz eigenen Reiz. Sie nimmt die Dinge in den Fokus, über die wir im Alltag so oft hinweggehen und hinwegsehen. >> mehr bei atelier-speckmann.de

Muss es immer knackescharf sein?

ICM
wow © Judith Loeber

Wie wäre es mal mit etwas abstrakter Fotografie? ICM – intentional camera movement – so nennt man die Technik, bei der die Bilder durch bewusstes Bewegen der Kamera oder des Objektivs verzerrt werden. Ich mache das hin und wieder sehr gern und löse mich so ein wenig von dem Bemühen um superscharfe Bilder. Es ist ein Spiel mit Farben und dem Zufall, das der Kreativität keine Grenzen setzt.

Es gibt verschiedene Techniken der Kamerabewegung. Heute spreche ich über den sog. “Zoom Burst“. Man erhält explosionsartige Motive, wenn man die Brennweite während der Aufnahme verstellt. Man kann aber auch das Objektiv festhalten und die Kamera bewegen. Dann sieht es wieder anders aus.

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