Muss es immer knackescharf sein?

ICM
wow © Judith Loeber

Wie wäre es mal mit etwas abstrakter Fotografie? ICM – intentional camera movement – so nennt man die Technik, bei der die Bilder durch bewusstes Bewegen der Kamera oder des Objektivs verzerrt werden. Ich mache das hin und wieder sehr gern und löse mich so ein wenig von dem Bemühen um superscharfe Bilder. Es ist ein Spiel mit Farben und dem Zufall, das der Kreativität keine Grenzen setzt.

Es gibt verschiedene Techniken der Kamerabewegung. Heute spreche ich über den sog. “Zoom Burst“. Man erhält explosionsartige Motive, wenn man die Brennweite während der Aufnahme verstellt. Man kann aber auch das Objektiv festhalten und die Kamera bewegen. Dann sieht es wieder anders aus.

Je nachdem wie stark und wie schnell man das Objektiv bzw. die Kamera bewegt, ergeben sich andere Effekte. Besonders schön machen sich vielfarbige Motive.

Da man mit längeren Verschlusszeiten arbeiten muss, um schöne Effekte zu erzielen, darf das Licht nicht zu grell sein. Am besten macht ihr das abends kurz vor oder kurz nach Sonnenuntergang, oder ihr wählt eine nicht so stark belichtete Umgebung wie den Wald oder einen Wintergarten. Man kann aber auch auf ND-Filter setzen, wie bei einer Langzeitbelichtung.

Ansonsten noch ein paar technische Hinweise:

  • möglichst kleine ISO
  • manueller Modus mit langer Verschlusszeit (bis 2 Sek) / kleiner Blende. Nutzt das Histogramm, um die Belichtung zu prüfen. Ist das Bild zu hell, kürzer belichten; ist es zu dunkel, länger belichten und langsamer drehen.
  • leichten ND-Filter benutzen wenn zu viel Licht da ist
  • mit Stativ arbeiten, wenn der Effekt sehr gleichmäßig werden soll
  • bei manchen Kameras funktioniert der Autofokus nicht, wenn man während der Aufnahme am Objektiv dreht, in dem Fall manuell fokussieren.

Und – habt ihr Lust mitzumachen und eine ICM Galerie aufzubauen? Bin gespannt, was für Bilder ihr zeigen mögt.