Kultur-Ausflug

Warendorf, Blick zum Heumarkt

Es ist gar nicht nötig in die Ferne zu reisen. Just um die Ecke gibt es wunderschöne Orte. Heute haben wir zum Beispiel Warendorf erkundet. Wenn man auf dem Weg nach Münster hindurchfährt, sieht es nicht besonders vielversprechend aus. Aber wenn man sich mal die Zeit nimmt und durch die alten Gässchen schlendert, entdeckt man ein wunderschön restauriertes westfälisches Städtchen. Auf dem Marktplatz, der „guten Stube“ mit den alten Barock-Giebeln der Kaufmannshäuser, kann man sitzen und genießen – leckere Speisen und Getränke wie auch den Trubel rundum. Uns fallen die vielen Radfahrer auf.

Ganz stark ist Warendorf dieses Jahr in Sachen Kultur unterwegs. Bei Darpe am Markt entdecken wir kleine Kunstwerke von Susanne Boerger. In der Pfarrkirche St. Laurentius erstaunt uns eine schwarze Madonna in prunkvollem Gewand. Später erfahren wir, dass sie erst schwarz wurde, nachdem ein paar Kinder in der Kirche gezündelt hatten. Zu Maria Himmelfahrt wird sie in einer Prozession durch die Straßen der Stadt getragen.

Historisches Brauhaus Warintharpa neben St. Laurentius

Hinter der Kirche findet man ein hübsches Brauhaus mit Biergarten und kommt zum Schweinemarkt, wo noch eine alte Pumpe in Betrieb ist. Die windschiefen alten Häuschen, zum Teil mit Fachwerk, sind jetzt im Sommer mit blühenden Pflanzen geschmückt. Hier klettern Rosen und Ranken die Fasssaden hoch. Über den Heumarkt kommen wir dann in die Oststraße, wo ebenfalls viele Giebel der Barock-Häuser erhalten sind. An manchen kragen noch alte verzierte Balken hervor, die früher sicher einmal als Lastenaufzug dienten.

Im Schaufenster des Ateliers von Dirk Gross entdecken wir nicht nur schöne Bilder von Bäumen, auch andere zeitgenössische Kunst. Und in der Galerie des Heinrich Friederichs Museums besuchen wir die Ausstellung von David Yarrow und verweilen ein wenig in dem schönen Garten, der zum Haus gehört. Ein uralter Fächerahorn breitet seine Zweige über uns aus und überall sind kunstvolle Skulpturen verteilt.

im Garten der Galerie

Nun wollen wir noch die Werke des Bildhauers Heinrich Friederichs sehen, der leider viel zu früh mit 32 Jahren gegen Ende des 2. Weltkrieges in Lettland gefallen ist. Sein Geburtshaus an der Oststraße 47 ist heute ein kleines Museum, in welchem man seine Bilder, Zeichnungen und Skulpturen bewundern kann.

Blick in den kleinen Garten des Museums

Der Rückweg zum Fahrzeug führt uns über die Promenade an der Rückseite des ehemaligen Franziskaner-Klosters vorbei. Hier entdecken wir neben dem Bentheimer Turm noch Reste vom „Judenwall“, des alten jüdischen Friedhofs. Durch das Gitter kann man einen Blick hinein werfen.

Blick in den alten Judenfriedhof Warendorf

Wir nehmen uns vor, hierher noch einmal abends zurückzukehren, denn wir versprechen uns stimmungsvolle Bilder zur blauen Stunde.

Fröhliche Sommergrüße aus Warendorf von Manuela und Judith

Blick in den Mühlenkolk, im Hintergrund St. Laurentius

2 Antworten auf „Kultur-Ausflug“

  1. Dieser kleine feine Bericht mit den schönen Fotos macht Lust da mal wieder hinzufahren. Ich fahre gerne mit zur blauen Stunde.

  2. Hallo Judith und Manuela,
    eine wunderschöne, fast träumerische bebilderte Kulturbeschreibung unserer nahen Heimat.
    Vielen Dank. Es ist sehr einladend, es euch nachzumachen.
    Liebe Grüße
    Klaus

Kommentare sind geschlossen.