Der Charme vergangener Zeiten

Vintage Objektiv an moderner Kamera
Jürgen Grimm auf den Spuren des Frühlings mit alten Objektiven

Jürgen Grimm hat sich mit Alten umgeben – alten Objektiven, auch neudeutsch Vintage Objektive genannt. Darauf gekommen ist er durch einen befreundeten Fotografen, der bereits seit langer Zeit mit alten Objektiven arbeitet. Mit diesem Beitrag will er euch ein wenig an seiner Freude mit den alten Schätzen teilhaben lassen. „Das Außergewöhnliche für mich ist das Bokeh, das manchen dieser Objektive anhaftet“, meint Jürgen. Und wenn ich so mit ihm darüber spreche, merkt man die Begeisterung, die bei ihm entsteht, weil er mit den alten Gläsern immer wieder zu überraschenden Ergebnissen kommt.

überraschende Ergebnisse mit alten Objektiven
Überraschende Ergebnisse, hier mit dem Vivitar 28mm 1: 2,8 an der Canon EOS M5

Der Vorteil ist, dass man diese Objektive oft schon zu kleinen Preisen erwerben kann. Der Nachteil beim Einsatz an einer DSLR kann sein, dass der Spiegel am Objektiv anschlägt, was aber eigentlich selten vorkommt. Aber an modernen spiegellosen Kameras sind sie mit entsprechenden Adapterringen einsetzbar. Einziger Wehrmutstropfen: Man muss manuell fokussieren. Das zwingt zur Entschleunigung und hat in unserer hektischen Zeit vielleicht auch sein Gutes. Nicht jedes alte Objektiv funktioniert gut mit modernen Kameras – da muss man mutig sein und ausprobieren.

Seine Grundinformationen zu Vintage-Objektiven hat Jürgen auf dieser Webseite gefunden: Glas-Recycling – Mit Vintage-Objektiven arbeiten. Die Seite ist sehr aufschlussreich, beleuchtet die Historie und erklärt, welche Objektive überhaupt für den Einsatz an modernen Kameras geeignet sein könnten.

auf den Spuren des Frühlings mit altem Glas
Noch einmal Vivitar 28mm 1: 2,8 an der Canon EOS M5 © J. Grimm

Damit die alten Schätzchen an eine moderne Digitalkamera passen, braucht man Adapterringe. Jürgen ist für seine Canon 5D III und seine Eos M bei Amazon fündig geworden und nutzt die M42 Type2 Mounts mit Chip! Der Vorteil des Chips ist, dass die Kamera auf die Kontraste reagiert, den Fokuspunkt anzeigt und das Focus peaking erlaubt. Damit kommt man der heute gewohnten Schärfe sehr nahe.

Jürgen hat die Erfahrung gemacht, das manchmal Kameras mit Objektiv günstiger angeboten werden, als wenn man versucht, die Objektive einzeln zu erwerben. Hier sind einige der Objektive, die Jürgen für gut befunden hat und die für einen kleinen Preis erhältlich sind:

Normal Brennweite:
Yashinon 55mm DS-M f1,4
Rikenon 50mm f1,7
Carl Zeiss Jena Tessar (alu) 50mm f2,8
Carl Zeiss Jena Biotar (alu) 58mm f2,0
Carl Zeiss Jena Pancolar 50mm f1,8
Zenit Helios 58mm f2,0
(alle… M44-3 bis M44-7
Meyer Görlitz Oreston 50mm f1,8
Asahi Takumar 55mm f1,8 (die Pentax Asahi haben Bajonett, blöd zu adaptieren…)
Asahi Takumar 55mm f2,0
Edixa Genar 50mm f2,8 (alu) schwer zu finden

Weitwinkel:
Carl Zeiss Jena Flektogon 20mm f4
Carl Zeiss Jena Flektogon 20mm f2,8
Carl Zeiss Jena Flektogon 35mm f2,8
Pentagon 30mm f3,5 (oder Meyer Lydith)
Vivitar 28mm f2,5 (Seriennummer mit 22 am Anfang)

Tele:
Cyclop 85mm f1,5 (aus einem russischen Nachtsichtgerät. Keine Blende!)
Carl Zeiss Jena Sonar (alu) 135mm f4
Carl Zeiss Jena Sonar 135mm f3,5
Schacht Ulm Travenar (alu) 135mm f3,5
TAIR 300mm f4,5